DKP solidarisch mit streikenden KollegInnen des Rhönkonzerns

Kapital & Arbeit

DKP solidarisch mit streikenden KollegInnen des Rhönkonzerns

An die streikenden Kolleginnen und Kollegen des UKGM
An die Gewerkschaft ver.di

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die DKP Gießen erklärt sich solidarisch mit Eurer berechtigten Forderung nach einer angemessenen Lohnerhöhung. Das „Angebot“ des Rhönkonzerns liegt unterhalb der Inflationsrate, bedeutet Reallohnverlust und ist unannehmbar. Eine Angleichung an die weit höhere Entgeltordnung in öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern muss durchgesetzt werden. Euer Streik ist die richtige Antwort auf dieses unverschämte Angebot, das Eure Leistung in Eurem verantwortungsvollen Beruf grob missachtet.
Wir sind ebenfalls solidarisch mit Euch und Eurer Forderung nach Einstellung von weiteren Pflegekräften sowie einer Personalbemessungsverordnung, die die permanente Unterbesetzung beendet. Der jetzige Zustand ist nicht nur für Eure eigene Belastung untragbar sondern gefährdet auch das Wohl der Patienten, was an der hohen Zahl an Überlastungsanzeigen zum Ausdruck kommt.
Wenn derzeit etwa 800 Stellen fehlen, so ist das auch das Ergebnis der Privatisierung der beiden Uni-Kliniken, bei denen jetzt nicht mehr das Wohl der Kranken, sondern der Profit des Konzerns und die Dividende der Aktionäre oberste Priorität hat.
Die DKP fordert den Rückkauf des UKGM durch das Land Hessen.
Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um auch öffentlich für Eure Interessen gegen den Rhön-Konzern einzutreten.
Wir unterstützen Euren Streik und wünschen Euch viel Erfolg.

Mit solidarischen Grüßen

DKP Kreisorganisation Gießen
(gez. Erika Beltz)

Blista-Betriebsrat ehrt ihren ehemaligen Vorsitzenden Jupp Dörrich

Im Jahr 2016 feierte die Blindenstudienanstalt (blista) ihr 100-jähriges Bestehen. Der Betriebsrat der blista nahm dies zum Anlass, den Startgeber für die Gründung eines Betriebsrates im Jahr 1967 zu würdigen. Der Betriebsrat nennt seit dem 16. Dezember 2016 seinen Tagungsraum offiziell „Jupp-Dörrich-Raum.“

Der 1922 geborene Josef „Jupp“ Dörrich war ein gelernter Werkzeugmacher in der Punktschriftmaschinenproduktion. In den frühen 80-er Jahren initiierte Jupp Dörrich eine Bewegung unter den Beschäftigten, um die blista in den damaligen BAT, den Bundesangestelltentarifvertrag, einzugliedern. Bis dahin waren die Löhne und Gehälter ohne tarifliche Grundlage und Rechtssicherheit gezahlt worden. Mit der Einbindung in das Tarifgefüge des Öffentlichen Dienstes war ebenfalls eine zusätzliche Altersversorgung verbunden. Die „ZVK“, die Zusatzversorgungskasse des Öffentlichen Dienstes, stellt heute für viele  blista-Rentner/-innen die sog. „zweite Säule“ der Alterseinkünfte dar.

In der Mitte der 70-er Jahre war Jupp Dörrich auch für Schüler/-innen der blista ein verlässlicher Bündnispartner bei der Reform des Internats. Rudi Ullrich, einer der damaligen Schülersprecher, erinnerte während der Einweihungsfeier an seine Gespräche mit Jupp Dörrich, der die Schülerforderung nach einem dezentralen Wohngruppenkonzept als Sprecher der Beschäftigten tatkräftig unterstützte.

Während der Einweihungsfeier erinnerten Herr Lemke und Pit Metz an einige entscheidende Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Vorstand. Joachim Lemke: „Von Jupp konnte man viel lernen. Vor allem: klare gewerkschaftliche Standpunkte argumentativ vertreten und Kompromisse eingehen, wenn’s nicht anders ging.“ Vorstandsvorsitzender Herr Duncker: „Der blista-Vorstand und der blista-Betriebsrat ehren mit der Raumbenennung eine große verdienstvolle und beeindruckende Persönlichkeit, dessen Namen nicht in Vergessenheit fallen darf.“

Pit Metz erklärte in seiner Laudatio die Entstehung des Portraits; sie zeigt Jupp während einer Diskussion mit dem damaligen Direktor Hertlein auf einer Veranstaltung der betrieblichen Friedensinitiative im Jahr 1983. „Lange Jahre galten Wehrmachtsdeserteure wie Jupp als feige Vaterlandsverräter; aber Jupp war ein mutiger Mann. Als Antifaschist wollte er kein Mittäter in Hitlers Vernichtungskrieg sein. Er floh als deutscher Soldat zu den italienischen Partisanen und geriet dort in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Von dort kam er nach Marburg, denn die Rückkehr in seine einstige Heimatstadt Pohorsch im Sudetenland war nicht mehr möglich.

In Marburg engagierte sich Jupp in der Kommunistischen Partei, für die er im Kommunalparlament ein Mandat von 1948 bis 1952, und später von 1974 bis 1981 wahrnahm. Jupp war – im Brecht’schen Sinne – ein lesender Arbeiter, der uns jungen, zuweilen ungestümen Rebellen zur Besonnenheit riet. Wir haben viel von ihm gelernt.“ 

Unser Bild zeigt drei Nachfolger im Amt des Betriebsratsvorsitzenden; von links Joachim Lemke und Pit Metz; rechts -neben der Fotografie- steht der aktuelle Vorsitzende Rainer Datzer.

Pit Metz

Kunst und Kampf – KuK

Buchvorstellung mit Bernd Langer

In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der autonomen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Hunderte Plakate entstanden, daneben Gemälde und Agit-Prop-Aktionen. Bernd Langer, Protagonist dieser Idee, legt nun eine Gesamtbetrachtung von fast 40 Jahren antifaschistischer Kunst in der Bundesrepublik vor.
Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von Hausbesetzungen, umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.

Marburg
Donnerstag | 17.11.2016 | 19.30 Uhr
Bahnhofstraße 6
Veranstalter: SDAJ Marburg, DKP, VVN

Gieẞen
Freitag | 18.11.2016 | 19 Uhr
Gewerkschaftshaus Walltorstraße 17
Veranstalter: SDAJ Gießen, DKP, VVN,
Rote Hilfe, Antifaschistische Revolutionäre Aktion (ARAG)

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ANTIFASCHISMUS HEUTE – Krise, Kriminalisierung und Gegenstrategien

Die DKP Marburg-Biedenkopf und die SDAJ Marburg-Gießen laden ein zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „ANTIFASCHISMUS HEUTE – Krise, Kriminalisierung und Gegenstrategien“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Damals wie heute gilt: Nie wieder Faschismus!„.
Ort: Marburg, Raum 00/0080 Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14
Zeit: Donnerstag, 27. Oktober 2016, 19:30 Uhr

  „Ein Faschist, der nichts ist als ein Faschist, ist ein Faschist. Ein Antifaschist, der nichts ist als ein Antifaschist, ist kein Antifaschist.“ (Erich Fried)

Seit 2013 befindet sich die antifaschistische Bewegung in einer Krise. Mehrere Gruppen, die das Bild der autonomen Antifa im vergangenen Jahrzehnt mitgeprägt hatten (darunter die »Antifaschistische Linke Berlin«), lösten sich auf. Diese Entwicklungen machten schließlich ein Überdenken der antifaschistischen Politik und Strategie notwendig.
Die Orientierungsphase der antifaschistischen Bewegung erfolgt während einer Situation der zunehmenden Rechtsentwicklung in Staat und Gesellschaft. So kommt es seit 2015 in deutschen Städten und Dörfern zu pogromartigen Zuständen. Überall entstehen »Nein zum Heim«-Initiativen, die neofaschistische Partei „III. Weg“ veröffentlicht eine Karte mit Asylbewerberunterkünften als Angriffsziele und in den sozialen Netzwerken wird Rassismus immer sichtbarer. Daneben ist mit PEGIDA eine völkische, sozialrassistische Bewegung mit mehreren tausend Sympathisanten entstanden, die eine breite Masse der Bevölkerung anspricht und es schafft, soziale Ängste zu kanalisieren. Darauf aufbauend gelang der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ der Einzug in mehrere Parlamente.
Für Antifaschist_innen stellt sich in diesem Zusammenhang die drängende Frage, was zu tun ist, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Wir laden diesbezüglich ganz herzlich ein zu einem offenen Dialog im Rahmen einer Podiumsdiskussion, die getragen wird von antifaschistischen Vertreter_innen*. Hierbei sollen insbesondere drei Frageschwerpunkte helfen, Antworten für den gemeinsamen antifaschistischen Kampf zu finden: (1) Wie kann eine wirksame antifaschistische Strategie aussehen? (2) Was bedeutet das für antifaschistische Bündnispolitik? (3) Wessen bedarf es, damit antifaschistisches Handeln wieder gesellschaftsmächtig wird? Wir freuen uns darauf, diese und andere Fragen mit euch zu diskutieren, denn die BRD braucht mehr denn je eine starke antifaschistische Bewegung!
Referent_innen:
Jenny Meurer (Aktivistin der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Gießen)
Dr. Ulf Immelt (DGB-Organisationssekretär Mittelhessen)
Dr. Ulrich Schneider (Bundessprecher der VVN-BdA)
Jan Schalauske (Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE in Hessen)
Pablo Graubner (Bildungsreferent der DKP Hessen)
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Zwischenimperialistische Widersprüche

– Tagung der Marx-Engels-Stiftung in Marburg –

Samstag, 29.10., DGB Haus, Bahnhofstr. 6, Marburg, 11-17 Uhr

Die Planung für diese Tagung schien bereits abgeschlossen. Leider aber mussten zwei Referenten ihr Zusage aus gesundheitlichen bzw. beruflichen Gründen kurzfristig zurückziehen. Wir versuchen derzeit, sie zu ersetzen.

Derzeit stehen drei Vorträge fest:

Lucas Zeise (Frankfurt/M., Chefredakteur der UZ):
Unterordnung, Rivalität oder Gegnerschaft? Zum Verhältnis Deutschlands zu den USA

Beate Landefeld (Essen, Redaktion Marxistische Blätter):
Zwischenimperialistische Widersprüche in der Europäischen Union

Dr. Matin Baraki (Marburg, Lehrbauftragter):
Afghanistan als Objekt rivalisierender Imperialmächte

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GRIECHENLAND UND DIE EUROKRISE

Die DKP Marburg-Biedenkopf und die SDAJ Marburg laden ein zu einer Veranstaltung mit Andreas Wehr (Autor und Journalist) zum Thema „Griechenland und die Eurokrise – Das Scheitern von SYRIZA & die Konsequenzen„.

Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im Gewerkschaftshaus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 13. Oktober 2016, 19:30 Uhr

 

Der Wahlsieg von Syriza vom Januar 2015 war von großen Hoffnungen begleitet, in Griechenland und in ganz Europa. Mit der Hinnahme der vor allem von der deutschen Regierung diktierten Vereinbarung mit den Gläubigerstaaten im Sommer 2015 wurde dieser Aufbruch jedoch jäh beendet.
Andreas Wehr, Autor des Buches „Der kurze griechische Frühling- Das Scheitern von SYRIZA und seine Konsequenzen“ (PapyRossa-Verlag 2016) referiert über die Hintergründe der Eurokrise, die besondere Rolle Griechenlands darin und diskutiert die Frage, welche Schlussfolgerungen aus dem jähen Ende des kurzen „griechischen Frühlings“ zu ziehen sind.
Die Niederlage von Syriza, so Wehr, kann nicht ohne Konsequenzen für die weitere Strategie linker Parteien in Europa sein. Es wurde offensichtlich, dass es ein »demokratisches und soziales Europa« unter den Bedingungen des Euros und der EU nicht geben wird.

Kubas Sieg über Ebola

Die DKP Marburg-Biedenkopf, die SDAJ Marburg und Cuba Sí Marburg laden ein zu einer Veranstaltung zum Thema „Kubas Sieg über Ebola„. Vom beispielhaften Einsatz kubanischer Ärzte gegen die Ebola-Epidemie in Afrika berichtet Dr. Graciliano Diáz Bartólo aus Santiago de Cuba (Mitglied der Brigade Henry Reeves, Leiter der „Mission“ in Guinea im Kampf gegen Ebola und Teilnehmer an Auslandseinsätzen kubanischer Ärzte in Bolivien).

Kubas Sieg über Ebola
Ein Beispiel  für Solidarität, Fairness & Respekt  zwischen  den Völkern am Beispiel des Kampfes kubanischer ÄrztInnen gegen Ebola in Afrika
Das kubanische Programm der internationalen Solidarität ist beispielhaft in der medizinischen Grundversorgung, bei Katastrophen und Epidemien. Dies zeigte sich beispielsweise beim Einsatz kubanischer Ärzte gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika, die regelmäßig von der WHO, UNO und UNESCO hoch gelobt werden. Möglich ist dies v.a. durch den unermüdlichen Einsatz von Kubas Medizinern und dank des vorhandenen politischen Willens des kleinen Landes – und dies alles trotz der nach wie vor bestehenden völkerrechtswidrigen US-Blockade!
Ban Ki-moon, Generalsekretär der UN, sagte 2014:
„Sie sind immer die Ersten, die ankommen und die Letzten, die abziehen – sie bleiben immer auch nach der Krise im Einsatz. Kuba hat der ganzen Welt eine Menge zu zeigen.“
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Referenten unter:
Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im DGB-Haus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 06. Oktober 2016, 19:30 Uhr

Die braune Vergangenheit und Gegenwart der hessischen CDU

Podiumsdiskussion mit Milena Hildebrand (Die LINKE. – Referentin im NSU-Untersuchungsausschuss in Hessen), Julia Müller (SDAJ Gießen) und Adrian Gabriel (Die LINKE. – Fraktionsreferent im Innenausschuss in Hessen) zum Thema „Die braune Vergangenheit und Gegenwart der hessischen CDU“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Damals wie heute gilt: Nie wieder Faschismus!„.
Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im Gewerkschaftshaus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 22. September 2016, 19:30 Uhr
Die hessische CDU und ihre angeschlossenen Jugendorganisationen haben eine braune Vergangenheit und Gegenwart die es insbesondere aufgrund der zunehmenden Rechtsentwicklung in Staat und Gesellschaft aufzuzeigen gilt. Wir laden diesbezüglich ganz herzlich zu einer Podiumsdiskussion ein, die getragen wird von drei antifaschistischen Vertreter_innen, die zu folgenden Themen sprechen:
(1) „Braunes Erbe – NS-Vergangenheit der hessischen CDU
In der CDU-Fraktion waren in den Wahlperioden von 1954 bis 1966  zwischen 25 und 35 Prozent der Mandate von früheren NSDAP-Mitgliedern besetzt. Darunter waren schwer belastete Nazis, die eine neue Heimat in der CDU fanden. Beispiele dafür sowie die zentralen Ergebnisse der Broschüre stellt Adrian Gabriel vor.
(2) „Die Union: Für alle reaktionären Richtungen offen
Wie stark extrem rechtes Gedankengut bei der hessischen CDU und ihren Nachwuchskräften vorhanden ist, macht die von der SDAJ erstellte Broschüre „Die Union: Für alle Richtungen offen“ deutlich. Darin werden die personellen und inhaltlichen Verbindungen zwischen Konservativen und radikalen Rechten aufgezeigt. Einen Einblick in die Broschüre gibt Julia Müller mit ihrem Beitrag.
(3) „Vertuschung und Sensationelles im hessischen NSU-Ausschuss
Es hat lange gedauert, bis ein Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag zu den mörderischen Verbrechen des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) eingesetzt wurde. Die schwarz-grüne Landesregierung versucht die Arbeit des Ausschusses bis heute immer wieder mit ihrer Verfahrensmehrheit lahmzulegen, indem sie Akten nicht zugänglich macht und nicht zielführende Beweisanträge stellt. Welche Rolle die CDU bei der Aufklärung der NSU-Mordserie spielt, erläutert Milena Hildebrand.
Flyer - Die braune Vergangenheit und Gegenwart der hessischen CDU
Plakat - Die braune Vergangenheit und Gegenwart der hessischen CDU

Kurt Julius Goldstein – Vorwärts und nicht vergessen! Ein Filmporträt von Ingrid Strobl

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

die DKP Marburg-Biedenkopf und die SDAJ Marburg-Gießen laden ein zu einem Filmabend mit persönlichem Einleitungsreferat von Dr. Friedrich-Martin Balzer (Autor und Herausgeber) zum Leben und Wirken von Kurt Julius Goldstein. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Damals wie heute gilt: Nie wieder Faschismus! zeigen wir den Film „Kurt Julius Goldstein – Vorwärts und nicht vergessen! Ein Filmporträt von Ingrid Strobl„.
Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im Gewerkschaftshaus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 18. August 2016, 19:30 Uhr
Themenbeschreibung: Vorwärts und nicht vergessen! – KURT JULIUS GOLDSTEIN – Ein Porträt
Deutscher. Jude. Kommunist. So beschrieb sich Kurt Julius Goldstein. Er war ebenso Spanienkämpfer, Überlebender der KZ Auschwitz und Buchenwald, Rundfunk-Intendant, Funktionär im internationalen Verband der Widerstandskämpfer und bis zu seinem Tode am 24. September 2007 aktiver Antifaschist. Um seiner zu erinnern, zeigen wir im Rahmen der antifaschistischen Veranstaltungsreihe „Damals wie heute gilt: Nie wieder Faschismus!“ nach einer persönlichen Einführung von Dr. Friedrich-Martin Balzer* den von diesem produzierten und vertriebenen Film „Vorwärts und nicht vergessen! – Kurt Julius Goldstein. Ein Porträt“.
Das Porträt über Kurt Julius Goldstein entstand zu seinem 80. Geburtstag am 3. November 1994. Der Film ist in drei Abschnitte gegliedert: in die Zeit vor 1933, in die Zeit bis 1945 und die Zeit nach der Befreiung vom Faschismus. Kurt Julius Goldstein erzählt unkommentiert über sein Leben und zeigt dabei „eine große agitatorische Kraft, die unerlässlich ist, um den Funken zu jüngeren, späteren Generationen weiterzugeben und gegebenenfalls zünden zu lassen“ (Wolf-Dieter Gudopp, Philosoph). Es handelt sich um „ein beispielhaftes Stück ‚oral history‘, das mehr dazu beiträgt, die Vergangenheit zu verstehen als viele mit großem Aufwand unternommenen Versuche, uns Faschismus und Krieg ‚realistisch‘ nahe zu bringen“ (Günter Giesenfeld, Medienwissenschaftler).
Im Anschluss an den Film wollen wir, gemeinsam mit Dr. Friedrich-Martin Balzer, auf das vielseitige Leben und Wirken von Kurt Julius Goldstein zurückblicken und über die möglichen Lehren aus der Vergangenheit sprechen.
* Dr. Friedrich-Martin Balzer, Jahrgang 1940, Promotion bei Prof. Dr. Wolfgang Abendroth über „Klassengegensätze in der Kirche“, Herausgeber des schriftlichen Urteils des Frankfurter Auschwitzprozesses, des Gesamtwerkes von Heinz Düx (Untersuchungsrichter im Frankfurter Auschwitzprozess) und der Schriften von Kurt Julius Goldstein. Außerdem ist er Produzent des FilmporträtsVorwärts und nicht vergessen! – Kurt Julius Goldstein“.

Der Aufstand des Abendlandes – AfD, Pegida & Co.

Die DKP Marburg-Biedenkopf und die SDAJ Marburg-Gießen laden ein zu
einer Veranstaltung mit Phillip Becher (Marxistische Blätter) zum Thema
„Der Aufstand des Abendlandes - AfD, Pegida & Co." im Rahmen der
Veranstaltungsreihe "Damals wie heute gilt: Nie wieder Faschismus!".

Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im Gewerkschaftshaus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 23. Juni 2016, 19:30 Uhr

Eine neue Bewegung macht in Deutschland von sich reden: PEGIDA. Sie
läuft Sturm gegen »Überfremdung«, »Islamisierung« und »Parteienstaat«.
Was in Dresden begann, hat Nachahmer andernorts gefunden. Dass die
Demonstrierenden hierbei nicht immer auf öffentliche Gegenliebe stoßen,
wird von ihnen als Unterdrückung abweichender Meinungen gebrandmarkt.
Überdeckt werden dadurch die Sympathien, die PEGIDA seitens honoriger
gesellschaftlicher und politischer Kräfte genießt, derzeit gruppiert vor
allem, aber nicht nur, um die »Alternative für Deutschland«.
Andererseits segeln im Windschatten von PEGIDA Hooligans wie die von
HoGeSa und andere Schläger. Doch auch in anderen europäischen Ländern
existieren seit Jahren wirkungsmächtige Bewegungen von rechts mit
Ablegern sowohl auf dem Asphalt als auch im parlamentarischen Raum. Sie
basteln an einem alternativen Gesellschaftsprojekt von rechts. Mit den
aktuellen Umbrüchen in der politischen Szene in Deutsch-land könnte
Vergleichbares nun auch hierzulande anstehen.

Der Sozialwissenschaftler Phillip Becher* wird in seinem Vortrag auf die
Rolle der AfD und der ihr nahestehenden Bewegungen wie PEGIDA sowie
anderer rechter Gruppierungen näher eingehen. Dabei werden wir uns mit
den Gedanken, Argumentationsmustern und der politischen Agenda dieser
rechtspopulistischen bis hin zu faschistischen Organisationen
auseinandersetzen. In der Diskussion mit dem Referierenden soll außerdem
überlegt werden, wie diesen Denkweisen und Akteuren in der Gesellschaft
begegnet werden kann.


* Phillip Becher ist Sozialwissenschaftler an der Universität Siegen und
Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Marxistische Blätter. Von ihm
erschien im Frühjahr 2013 in der Reihe «Basiswissen» im PapyRossa-Verlag
der Band «Rechtspopulismus» und 2015 das Buch „Der Aufstand des
Abendlandes: AfD, PEGIDA & Co. Vom Salon auf die Straße“. Dieses Buch
widmet sich der Entstehung und dem Erfolg der rechten Protestbewegung
PEGIDA und behandelt ihr Verhältnis zu anderen rechten Bewegungen und
Parteien in Deutschland und Europa.