Deutschlands Rüstungsexport – in wessen Interesse?

1. Juli 2015, 19.30 Uhr, Käthe Dinnebier-Saal, Bahnhofstraße Marburg

Mit Johannes Maria Becker

Es gibt wenige Politikbereiche, in denen das Handeln der verschiedenen Akteurinnen und Akteure widersprüchlicher erscheint, als beim deutschen Rüstungsexport.

Da werden auf der einen Seite deutsche Kriegsgüter – den einschlägigen politischen Bestimmungen zuwiderlaufend – in Krisengebiete wie den Nahen und Mittleren Osten exportiert. Andere Staaten werden durch die Rüstungsexporte zu failed states, zu gescheiterten Staaten. Da häufen sich die Skandale in diesem Ökonomie- und Politikbereich bis zur totalen Unübersichlichkeit. Die öffentliche Debatte zeigt sich unterbelichtet, Teile der Gewerkschaften plädieren offen für den Export von Waffen.

Da wird auf der anderen Seite deutlich, dass der Rüstungsexport volkswirtschaftlich eine durchaus entbehrbare Größe ist. Qualitativ wie quantitativ. Dass die ArbeitnehmerInnen in diesem Bereich dabei hochqualifiziert sind.

Der Marburger Konfliktforscher Johannes M. Becker beleuchtet die verschiedenen Interessen an diesem Politikfaktor: die der Industrie, der Politik und der Bürgerinnen und Bürger.

Er regt an, das Denken über konversive Alternativen wieder zu fordern und zu fördern.

PD Dr. Johannes Maria Becker ist Politikwissenschaftler und Friedens- und Konfliktforscher. Er ist Mitbegründer und Geschäftsführer des Zentrums für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg.

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