„Die Frau meines Vaters“ – Erinnerungen an Ulrike Meinhof

♦ DKP Marburg und SDAJ Gi-Mr laden ein zu

Lesung und Gespräch

mit

Anja Röhl

So. 13.03.2016, 11:00 Uhr, TTZ Marburg (Software-Center 3)

Ulrike Marie Meinhof (1934-1976), „Konkret“-Kolumnistin und spätere Mitbegründe-
rin der „Roten Armee Fraktion“, ist im Hessischen, in Weilburg, aufgewachsen und
hat kurze Zeit in Marburg studiert. Angeblich wurde sie hier auch in die illegale KPD
aufgenommen, die sie 1964 wieder verließ. Die öffentliche Erinnerung an sie befasst
sich vor allem mit den sechs letzten Jahren ihres Lebens, von 1970 bis 1976: die RAF-
Zeit. Ihre Aktivitäten in der Bewegung gegen die atomare Aufrüstung und ihre zeit-
weilig große journalistische Wirkung verschwinden dahinter.
Anja Röhl, eine Stieftochter Ulrike Meinhofs, die ihre Kindheit und Jugend bei ihr
verbrachte, verzichtet darauf, in die zeitgeschichtlichen Debatten um die RAF einzu-
greifen. Sie hat 2013 im Verlag Nautilus Erinnerungen an die Jahre da-
vor veröffentlicht: „Die Frau meines Vaters“. Nur im ersten und oberflächlichen Hin-
blick erscheint dieses Buch zunächst eher persönlich. Dann aber zeigt es seine politi-
sche Dimension: die bedrückende Atmosphäre der fünfziger und sechziger Jahre, der
Adenauerzeit und des Weiterwirkens einer faschistischen Vergangenheit. Aus dem,
was sie damals wahrnahmen, zogen junge Menschen später Konsequenzen, die Vielen
heute nicht mehr nachvollziehbar sind.
Am Sonntag, den 13. März 2016, 11 bis 13 Uhr,
liest Anja Röhl
in einer Matinee
im Wintergarten des TTZ Marburg (Software-Center 3)
aus ihren Erinnerungen an Ulrike Meinhof, deren Todestag sich im Mai zum
vierzigsten Mal jährt.

anjaroehl-Veranstaltung